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Sportliche Vielfalt an der Comenius-Realschule: Wie Schulsport Jugendliche motiviert

31. Juli 2026

Turniere und klassischer Leichtathletik-Wettbewerb

In den Klassen 5 und 6 ermittelten die Schülerinnen und Schüler beim Zwei-Felder-Ball die beste Klasse, während in der 8. Jahrgangsstufe ein Fußballturnier auf dem Programm stand. „Kinder und Jugendliche wollen den Vergleich“, hebt Sportlehrerin Anja Herter hervor. Neben großem Einsatz und hoher Motivation zeigten sich vereinzelt jedoch auch negative Reaktionen gegenüber Mitspielenden, wenn ein Spiel nicht wie gewünscht verlief.

Für die 7. Klassen standen die traditionellen Bundesjugendspiele in der Leichtathletik an. „Es ist eine tolle Gelegenheit zu zeigen, wozu man fähig ist“, erklärt Amelie Nagy, die als Jahrgangsbeste eine Ehrenurkunde erhielt. Diese Einschätzung teilen auch Till Lamster (zweitbester Jungathlet hinter Luan Ebert) sowie die weiteren Spitzensportler der Schule: Christopher Dettbarn, Emilia Ries, Lia Dillinger und Ella Sendelbach. „Sehr viele sind extrem motiviert dabei“, bestätigt Sportlehrer Florian Feix. Zur Realität gehöre laut Sportlehrerin Corina Grimm allerdings auch, dass sich einige Jugendliche kaum anstrengen oder am Wettkampftag krankmelden. Zudem sei die Gesamtzahl der erreichten Ehrenurkunden über die Jahre rückläufig.

Notendruck versus Begeisterung

Selbstverständlich bringt nicht jeder Jugendliche die gleichen körperlichen Voraussetzungen mit. Doch Leistungsbereitschaft fließt an der Schule schon lange in die Bewertung ein – etwa über Noten für Engagement und Fairplay, die ein erhebliches Gewicht in der Gesamtnote haben.

Sportlehrer Julian Turrek sieht ein Notenverbot skeptisch: „Der Umgang mit Niederlagen ist eine wichtige Lernerfahrung, die auch in anderen Fächern dazugehört. Im Mathematikunterricht streichen wir schließlich auch keine Noten, wenn Inhalte schwerfallen. Ohne den Leistungsanreiz bestünde zudem die Gefahr, dass sportlich inaktive Schüler sich gar nicht mehr bewegen.“

Sein Kollege Daniel Schäfer setzt andere Prioritäten: „Der reine Mess- und Bewertungsprozess raubt wertvolle Zeit, die wir stattdessen nutzen könnten, um die Kinder nachhaltig für den Sport zu begeistern.“ Gegen die Leistungsmessung an sich wendet er jedoch nichts ein: „Eigene Fortschritte schwarz auf weiß zu sehen, macht stolz. Außerdem bietet der Sport eine ideale Bühne für Schülerinnen und Schüler, die im regulären Unterricht weniger glänzen.“

Trendsporttag als Brücke zu den Vereinen

Die 9. Klassen absolvierten den seit Jahren etablierten Trendsporttag. Ziel dieser Veranstaltung ist es, kurz vor dem Übergang in die Berufsausbildung – und damit dem Ende des verpflichtenden Schulsports – nachhaltige Freude an der Bewegung zu vermitteln. Lokale Vereine und Sportgruppen stellen sich vor, um den Jugendlichen Möglichkeiten für ein langfristiges Engagement im Vereinssport aufzuzeigen.

Das Angebot war vielfältig:

  • Bogenschießen: betreut von Christian Schindler im Fun Court

  • Tischtennis: angeleitet von Manuel Breitenbach in Halle 1

  • Kampfsport: Einführung in Judo (Joachim Fels, Natalie Giese beide TSV Tauberbischofstheim Abteilung Judo), Kickboxen (Timur Schmeer) und Hap-Ki-Do (Michael Biffar)

  • Action & Dynamik: Ultimate Frisbee bei Julian Turrek sowie ein Tanz-Workshop mit Christine Held

Da die Neuntklässler die Einheiten nach eigenen Vorlieben wählten, agierten sie mit großem Engagement – ganz ohne Punktejagd und Leistungsdruck.

Fazit

In Zeiten, in denen der Alltag vieler Kinder und Jugendlicher von Bildschirmmedien geprägt ist, bleibt der Erziehungsauftrag „zu und durch Sport“ unverzichtbar. Das Sportkollegium der Comenius-Realschule wird daher auch künftig auf eine ausgewogene Kombination setzen: eine gesunde Mischung aus Anforderung, sportlichem Messen und reiner Freude an der Bewegung.